Tag 15 Groß Welle - Wittstock (53 km)

Dieser Morgen begann gleich mit zwei Mißgeschicken. Zuerst suchte Michael eine halbe Stunde lang die Radkarte, dann bemerkte Hendrik an Michaels Hinterreifen einen Platten – Premiere auf dieser Tour. Kartensuche und Reifenflicken kosteten uns ca. eine Stunde sowie einen Großteil unserer Guten-Morgen-Laune. Aber es sollte noch besser kommen.

Nachdem wir in den letzten Tagen viele positive Erfahrungen mit dem Brandenburger Tourismus gemacht hatten – heute mal wieder ein Beispiel wie es nicht sein sollte. Der erste Eindruck vom Freibad in Groß Woltersdorf war das riesige Schild mit der Badeordnung. Fast mehr Quadratmeter als das Wasserbecken. Zuletzt in dieser Größenordnung gesehen vor 20 Jahren auf dem Campingplatz Titisee/Schwarzwald wo der Platzwart auch schon mal die verbotenerweise gespannte Wäscheleine der Camper durchschnittt. Der Bademeister des Naturbades bestätigte dann diesen Eindruck und untersagte, die Fahrräder mit auf das Gelände zu nehmen. Auf meine Bitte nach einer Ausnahme wegen der schweren Packtaschen und Wertgegenstände verwies er darauf, dass dies nicht ginge „da hier schließlich sonst alle mit dem Rad ankommen würden“. Zu diesem Zeitpunkt waren ganze drei Badegäste anwesend und wir wollten ohnehin uns nur kurz erfrischen. Sein Vorschlag war dann, dass wir 200 Meter weiter zurück am Kiosk die Räder abstellen sollten, die Mitarbeiterin dort könne ja dann auf die Räder aufpassen. Nur leider war dort niemand am Kiosk. Und so schickten wir schließlich die Kinder alleine ins Bad und setzten uns in leere Kiosk. Später erfuhren wir dann, dass der Bademeister für diese „freundliche“ Art bereits bekannt sei. Angesichts einer Arbeitslosenquote von über 25% eine etwas unverständliche Arbeitseinstellung.

Als die Kinder sich genug abgekühlt hatten, fuhren wir weiter Richtung Pritzwalk um dort wieder auf unseren Radweg zu stoßen. Der Abstecher über Groß Welle hatte uns zwar 45 Kilometer gekostet, da er einen Zipfel des Streckenverlaufs (135 km) abkürzte aber insgesamt circa 90 Kilometer eingespart. Durch die vielen bisherigen Umwege war die Gesamtbilanz jetzt vermutlich wieder ausgeglichen. Direkt am Radweg gelegen lockte uns kurz hinter Pritzwalk das nächste Freibad mit einer Abkühlung.

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In Wittstock landeten wir in einem 3-Sterne-Hotel in welchem vor einigen Jahren sogar schon das schwedische Königspaar zu Gast war. Und weil die Junior-Suite dort das einzige Zimmer mit vier Betten war, ergab es sich, dass unsere Kinder im selben Bett schliefen wie 2002 Carl Gustaf und Silvia.

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