Tag 13 Premnitz – Stölln (52 km)

Seit Brandenburg hat sich die Beschaffenheit der Tour verändert. Immer öfter führt der Weg über befahrene Straßen. Nebeneinander fahren ist nur noch selten möglich. Unsere Kommunikation leidet darunter. Eine Besonderheit von Radtouren mit den Kindern ist die Tatsache, dass wir hier die Gelegenheit haben uns stundenlang mit den beiden zu unterhalten. Man fährt einfach nebeneinander her und redet dabei über Gott und die Welt. Sehr zu empfehlen also für Eltern mit Kindern in der Pubertät, die gerne mal wieder hören möchten was ihre „Kleinen“ so alles bewegt.

Antonia fand die Fahrerei auf Straße noch aus einem anderen Grund nachteilig. Es war dort nicht so einfach, sich an Papas Handgelenk festgehakt schleppen zu lassen. Mit dieser Methode hatte sie bisher bereits ungefähr zehn Prozent der Kilometer eingespart.

Durch den parallelen Verlauf zu Autostraßen fielen uns auch wieder verstärkt die großen Mengen an Wahlplakaten auf. Besonders die SPD hat plakatiert als sei es ihr letzter Wahlkampf. An jeder Laterne, teilweise sogar mehrere Plakate übereinander. Und alles nur Personen – keine Inhalte. Weder Bäume noch Laternenmasten in Kreuzungsnähe blieben verschont. Wie diese wohl nach acht Wochen Einsatz dann kurz vor der Wahl aussehen werden.

Abends erreichten wir Stölln und fanden eine Übernachtungsmöglichkeit in der Gaststätte „Der 1. Flieger“. Hier übernachtete schon Otto Lilienthal, der auf dem hiesigen Gollenberg seine Flugversuche unternahm. Vor dem Abendessen hatte Michael noch die Gelegenheit zu einem Gespräch mit der Ortsvorsteherin der Gemeinde Gollenberg, Iris Hoffmann. Sie berichtete unter anderem von der wirtschaftlichen Bedeutung des Lilienthal-Museums für die Region mit über 20.0000 Besucher jährlich und den Erwartungen der Menschen hier an die Bundesgartenschau 2015. Diese wird über das Gebiet von der Stadt Brandenburg bis Havelberg reichen und damit die erste BUGA sein, die sich über zwei Bundesländer erstreckt.

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Nach dem Abendessen unterhielten wir uns noch einen Weile mit Claudia Blume, der Wirtin des Gasthauses und hörten dabei viele interessante Dinge über die Region, das Gasthaus sowie ihre persönliche Geschichte. Nachdem Michael vom Anlass zu der Radtour berichtet hatte, kamen wir natürlich auch auf das Thema Landespolitik. Frau Blume war stark in der Elternvertretung engagiert, bis verfehlte Schulpolitik und arrogantes Auftreten seitens des Bildungsministeriums sie entmotiviert hatten. Inzwischen wurde die Schule um deren Fortbestehen sie gekämpft hatte geschlossen und bei ihr ist das Engagement der Politikverdrossenheit gewichen. Dies passiert, wenn Politik an den Menschen vorbei statt mit ihnen gemacht wird.

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