Archive für 7.8.2009

Tag 7 Bad Liebenwerda – Nonnendorf (56 km)

Beim Frühstück erfuhren wir heute von unserer Pensionswirtin von den negativen Auswirkungen des Spaßbades. Für Touristen eine willkommene Freizeitstätte, für die Anwohner nicht nur vorteilhaft. Wir hörten die bekannten Geschichten von West-Investoren, überforderten Verwaltungen und großen Plänen von blühende Landschaften. In Folge der Planung schloss die Stadt die öffentliche Schwimmhalle und wegen hoher Eintrittspreise im Spaßbad haben die Schulkinder von Bad Liebenwerda seit dem nun keine Möglichkeit mehr zum Schwimmunterricht. Gut gemeint – schlecht gemacht.

Da Michaels Scheibenbremsen quietschten und wir auch unser Fahrräder noch ein wenig deutlicher GRÜN gestalten wollten, fuhren wir nach dem Frühstück zunächst ins Stadtzentrum. Im Kopierladen ließen wir laminierte DIN A4-Wahlplakate ausdrucken und der örtliche Fahrradhändler kümmerte sich um die defekte Bremse. Anschließend befragte er uns noch zu bündnisgrüne Energiepolitik. Mein Lieblingsthema, was für ein Zufall. Ein anderer dazukommender Kunde mischte sich ins Gespräch ein und lobte vor allem die grüne Initiative zum Dosenpfand. Seitdem sei die Gegend hier wesentlich sauberer geworden. Wie schon oft auf unserer Tour stellten wir fest, dass die Stimmung Bündnis 90/ Die Grünen gegenüber sehr positiv ist. Und es sind auch solche Begegnungen, die uns die Zuversicht geben, dass es diesmal mit dem Einzug in den Landtag sicher klappen wird.

img_6819.JPG img_6826.JPG

Nach 24 geradelten Kilometern und der Besichtigung eines kleinen Wasserkraftwerkes, kamen wir nach Herzberg und machten Pause im dortigen Freibad. Zwar kein Fluss oder See. Dafür aber Unterhaltung pur. Direkt neben dem Freibad in unmittelbarer Nähe zu unserem Liegeplatz befand sich das Gartengrundstück einer recht „lebhaften“ Familie. So etwas hatten wir schon lange nicht mehr erlebt. Wie auch alle anderen Badegäste in unserer Umgebung amüsierten wir uns ob dieser Nachbarschaft bis die Tränen kamen.

Bei der Weiterfahrt hatte Michael in der Karte versehentlich eine Übernachtungsmöglichkeit dort verortet wo keine war und so hatten wir erstmals auf unserer Tour ein kleines Quartier-Problem. Dem Handy sei Dank fanden wir dann aber doch noch ein Gasthaus – nur ein wenig abseits der Strecke - und landeten so in Nonnendorf. Ein fast politik-freier Urlaubstag fand dort seinen Ausklang.

|