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- 16.8.2009: Tag 16 Witttstock – Rheinsberg (51 km)
- 15.8.2009: Tag 15 Groß Welle - Wittstock (53 km)
- 14.8.2009: Tag 14 Stölln – Groß Welle (56 km)
- 13.8.2009: Tag 13 Premnitz – Stölln (52 km)
- 12.8.2009: Tag 12 Brandenburg – Premnitz (56 km)
- 11.8.2009: Tag 11 Seehausen – Potsdam – Brandenburg (31 km + Bahnfahrt)
- 10.8.2009: Tag 10 Seehausen – Kemnitz – Seehausen (71 km)
- 9.8.2009: Tag 9 Seehausen (Ruhetag)
- 8.8.2009: Tag 8 Nonnendorf - Seehausen (40 km)
- 7.8.2009: Tag 7 Bad Liebenwerda – Nonnendorf (56 km)
Blogroll
Archive für August 2009
Tag 16 Witttstock – Rheinsberg (51 km)
16.8.2009 von m_jungclaus.
Nach einem reichhaltigen Frühstück bei dem wir mal wieder die letzten Gäste im Saal waren und einer kurzen Stadtrundfahrt durch Wittstock setzten wir unsere Reise gegen 11:00 Uhr fort.
Der Weg verlief jetzt wieder über gut ausgebaute Radwege und auch die Landschaft wurde interessanter und abwechslungsreicher. An jedem Ortseingang begrüßten uns jetzt Protestschilder gegen das „Bombodrom“, wir befanden uns jetzt also in der „Freien Heide“. Überall gab es hier Zeichen dafür, wie sehr sich die Menschen über das Urteil freuten, mit dem das Bombenabwurfgelände in dieser Region verhindert wurde. Jahrelang hatten sie gerichtlich und auf der Straße dagegen gekämpft während Bundes- und Landespolitiker sich mal wieder nicht einigen konnten. Erst das oberste Gericht unseres Landes konnte dem Spuk ein Ende bereiten.
In Flecken Zechlin kamen wir an einen romantischen See der aber leider ausschließlich über Privatgrundstücke zu erreichen war. Wenn man solch einen Privatsee einmal mühevoll umrundet hat ohne ans Wasser zu gelangen versteht man die Initiatoren der Petition gegen Privatisierung der Brandenburger Seen noch ein wenig besser. Es ist sicherlich wichtig und gut, sich durch Flyer, Internet etc. über Probleme wie Tagebau, Seen-Privatisierung, Bombenabwurfplätze usw. zu informieren. Durch das Erleben der direkten Auswirkungen vor Ort gewinnen wir auf unserer Radtour aber eine noch viel intensivere Sicht auf die Dinge. Und dies motiviert noch mehr, mich im zukünftigen Landtag für ein gerechteres, nachhaltigeres und grüneres Brandenburg einzusetzen.
Gegen Abend erreichten wir Rheinsberg wo wir nach einer kurzen Besichtigung des Schlossparks unser Nachtlager aufschlugen. Für die ursprünglich geplante Besichtigung des stillgelegten Kernkraftwerks fanden wir leider keine Zeit. Dabei hätte ich schon gerne auch mit eigenen Augen gesehen, wie die Propagandamaschine der Atomlobby die Probleme hier vor Ort verharmlost. Scheibchenweise werden Informationen über die Gefährdung von Umgebung und Grundwasser durch verstrahlte Bauteile veröffentlicht. Erst hieß es: „Alles kein Problem“, jetzt musste der endgültige Rückbau schon zum wiederholten Male verschoben werden. Die ganze Wahrheit wird man vermutlich erst dann erfahren, wenn Radioaktivität im Grundwasser nachgewiesen wird.
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Tag 15 Groß Welle - Wittstock (53 km)
15.8.2009 von m_jungclaus.
Dieser Morgen begann gleich mit zwei Mißgeschicken. Zuerst suchte Michael eine halbe Stunde lang die Radkarte, dann bemerkte Hendrik an Michaels Hinterreifen einen Platten – Premiere auf dieser Tour. Kartensuche und Reifenflicken kosteten uns ca. eine Stunde sowie einen Großteil unserer Guten-Morgen-Laune. Aber es sollte noch besser kommen.
Nachdem wir in den letzten Tagen viele positive Erfahrungen mit dem Brandenburger Tourismus gemacht hatten – heute mal wieder ein Beispiel wie es nicht sein sollte. Der erste Eindruck vom Freibad in Groß Woltersdorf war das riesige Schild mit der Badeordnung. Fast mehr Quadratmeter als das Wasserbecken. Zuletzt in dieser Größenordnung gesehen vor 20 Jahren auf dem Campingplatz Titisee/Schwarzwald wo der Platzwart auch schon mal die verbotenerweise gespannte Wäscheleine der Camper durchschnittt. Der Bademeister des Naturbades bestätigte dann diesen Eindruck und untersagte, die Fahrräder mit auf das Gelände zu nehmen. Auf meine Bitte nach einer Ausnahme wegen der schweren Packtaschen und Wertgegenstände verwies er darauf, dass dies nicht ginge „da hier schließlich sonst alle mit dem Rad ankommen würden“. Zu diesem Zeitpunkt waren ganze drei Badegäste anwesend und wir wollten ohnehin uns nur kurz erfrischen. Sein Vorschlag war dann, dass wir 200 Meter weiter zurück am Kiosk die Räder abstellen sollten, die Mitarbeiterin dort könne ja dann auf die Räder aufpassen. Nur leider war dort niemand am Kiosk. Und so schickten wir schließlich die Kinder alleine ins Bad und setzten uns in leere Kiosk. Später erfuhren wir dann, dass der Bademeister für diese „freundliche“ Art bereits bekannt sei. Angesichts einer Arbeitslosenquote von über 25% eine etwas unverständliche Arbeitseinstellung.
Als die Kinder sich genug abgekühlt hatten, fuhren wir weiter Richtung Pritzwalk um dort wieder auf unseren Radweg zu stoßen. Der Abstecher über Groß Welle hatte uns zwar 45 Kilometer gekostet, da er einen Zipfel des Streckenverlaufs (135 km) abkürzte aber insgesamt circa 90 Kilometer eingespart. Durch die vielen bisherigen Umwege war die Gesamtbilanz jetzt vermutlich wieder ausgeglichen. Direkt am Radweg gelegen lockte uns kurz hinter Pritzwalk das nächste Freibad mit einer Abkühlung.
In Wittstock landeten wir in einem 3-Sterne-Hotel in welchem vor einigen Jahren sogar schon das schwedische Königspaar zu Gast war. Und weil die Junior-Suite dort das einzige Zimmer mit vier Betten war, ergab es sich, dass unsere Kinder im selben Bett schliefen wie 2002 Carl Gustaf und Silvia.
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Tag 14 Stölln – Groß Welle (56 km)
14.8.2009 von m_jungclaus.
Als wir in den Frühstückraum kamen war die Wirtin bereits wieder voll in ihrem Element. Sie berichtete ausführlich von den Sehenswürdigkeiten der Umgebung und schilderte gerade äußerst lebendig die Geschichte vom Ritter Kahlbutz – dessen mumifizierten Gebeine hier in der Nähe einen regionale Anziehungspunkt bilden. Es ist nicht zu übersehen: Frau Blume ist mit Leib und Seele Gastwirtin.
Der Radweg führte auch heute wieder über Straßen und nicht asphaltierte Radwege. Gegen Mittag erreichten wir Havelberg wo wir uns den Dom sowie die darin gastierende Ausstellung zum Widerstand im Nationalsozialismus anschauten. Teile von Havelberg haben eine inselähnliche Lage und auch die reizvolle Architektur der Altstadt macht die Stadt zu einem der interessanteren Haltepunkte unserer Tour. In Nitzow fanden wir eine schöne Badestelle am Ufer der Havel und verließen dann die Streckenführung um einen kleinen Abstecher nach Groß Welle zu unternehmen.
Für diese Nacht stand uns dort mal wieder eine private Unterkunft bei Freunden zur Verfügung. Judith arbeitet als leitende Beamtin in einer Berliner Behörde und hatte vor vielen Jahren einen alten Vier-Seiten-Hof als Wochenendgrundstück erworben. Ohne Wahl-BrandenburgInnen wie sie wären einige Orte in Brandenburg vermutlich schon ausgestorben. Fast jedes zweite Wochenende sowie die Mehrzahl ihrer Urlaubstage verbringt sie mit Partner und den beiden Kindern hier. Und natürlich gibt es immer eine Menge zu tun. Echte Erholung ist das sicher nicht, aber ein willkommener Kontrast zum Beruf und der Stadtwohnung in der Berliner City.
Übrigens verfügt auch Judiths Grundstück über eine Pflanzenkläranlage. Nur entgegen der Erfahrungen von Frau Zimmer in Treuenbrietzen (Tag 10) war es für sie kein Problem die Genehmigung dafür zu erhalten. Ein Anschluss wäre für den Zweckverband zu aufwendig gewesen. Auch daran lässt sich erkennen, dass es bei dem Thema Anschlusszwang meistens nicht um den Umweltschutz
oder die Gesundheit der Betroffenen geht sondern um Geld und Behörden-Interessen.
Wir ließen den Tag beim Grillen ausklingen und genossen es, statt des üblichen Abendbrot im Gasthof gemütlich mit Freunden zusammen zu sitzen, bis in die Nacht zu quatschen und dabei den Sternenhimmel zu bewundern.
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Tag 13 Premnitz – Stölln (52 km)
13.8.2009 von m_jungclaus.
Seit Brandenburg hat sich die Beschaffenheit der Tour verändert. Immer öfter führt der Weg über befahrene Straßen. Nebeneinander fahren ist nur noch selten möglich. Unsere Kommunikation leidet darunter. Eine Besonderheit von Radtouren mit den Kindern ist die Tatsache, dass wir hier die Gelegenheit haben uns stundenlang mit den beiden zu unterhalten. Man fährt einfach nebeneinander her und redet dabei über Gott und die Welt. Sehr zu empfehlen also für Eltern mit Kindern in der Pubertät, die gerne mal wieder hören möchten was ihre „Kleinen“ so alles bewegt.
Antonia fand die Fahrerei auf Straße noch aus einem anderen Grund nachteilig. Es war dort nicht so einfach, sich an Papas Handgelenk festgehakt schleppen zu lassen. Mit dieser Methode hatte sie bisher bereits ungefähr zehn Prozent der Kilometer eingespart.
Durch den parallelen Verlauf zu Autostraßen fielen uns auch wieder verstärkt die großen Mengen an Wahlplakaten auf. Besonders die SPD hat plakatiert als sei es ihr letzter Wahlkampf. An jeder Laterne, teilweise sogar mehrere Plakate übereinander. Und alles nur Personen – keine Inhalte. Weder Bäume noch Laternenmasten in Kreuzungsnähe blieben verschont. Wie diese wohl nach acht Wochen Einsatz dann kurz vor der Wahl aussehen werden.
Abends erreichten wir Stölln und fanden eine Übernachtungsmöglichkeit in der Gaststätte „Der 1. Flieger“. Hier übernachtete schon Otto Lilienthal, der auf dem hiesigen Gollenberg seine Flugversuche unternahm. Vor dem Abendessen hatte Michael noch die Gelegenheit zu einem Gespräch mit der Ortsvorsteherin der Gemeinde Gollenberg, Iris Hoffmann. Sie berichtete unter anderem von der wirtschaftlichen Bedeutung des Lilienthal-Museums für die Region mit über 20.0000 Besucher jährlich und den Erwartungen der Menschen hier an die Bundesgartenschau 2015. Diese wird über das Gebiet von der Stadt Brandenburg bis Havelberg reichen und damit die erste BUGA sein, die sich über zwei Bundesländer erstreckt.
Nach dem Abendessen unterhielten wir uns noch einen Weile mit Claudia Blume, der Wirtin des Gasthauses und hörten dabei viele interessante Dinge über die Region, das Gasthaus sowie ihre persönliche Geschichte. Nachdem Michael vom Anlass zu der Radtour berichtet hatte, kamen wir natürlich auch auf das Thema Landespolitik. Frau Blume war stark in der Elternvertretung engagiert, bis verfehlte Schulpolitik und arrogantes Auftreten seitens des Bildungsministeriums sie entmotiviert hatten. Inzwischen wurde die Schule um deren Fortbestehen sie gekämpft hatte geschlossen und bei ihr ist das Engagement der Politikverdrossenheit gewichen. Dies passiert, wenn Politik an den Menschen vorbei statt mit ihnen gemacht wird.
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Tag 12 Brandenburg – Premnitz (56 km)
12.8.2009 von m_jungclaus.
Der Tag begann mit einem fürchterlichen Lärm. Das Reinigungspersonal unseres Hotels versuchte, den Zugang zu unserem Zimmer mit lautem Geschnatter und Gepolter vor unserer Tür zu beschleunigen. Ich kann mich nicht erinnern, mich in einem Hotel jemals über das Personal beschwert zu haben. Aber es gibt für alles ein erstes Mal.
In der Stadt Brandenburg fuhren wir zunächst ins Zentrum um uns den Dom anzuschauen und einige Kleinigkeiten einzukaufen. Der kontrastreiche Zustand der Altstadt ist beeindruckend. Einerseits eingefallen Gebäude deren Substanz vermutlich seit der Wende unverändert ist – zwischendurch aber auch etliche Beispiele gelungener Stadtsanierung. Brandenburg ist nicht nur die älteste Stadt im Bundesland sondern hat inmitten der wald- und seenreichen Umgebung auch eine einzigartige Lage.
Während unserer Weiterfahrt entlang der Seenufer fing es kurz an zu regnen, hörte aber unmittelbar nachdem wir beschlossen hatten die Regensachen anzuziehen wieder auf. In Pritzerbe gab es den zweiten Fährtransport unserer Reise. Kurz zuvor hatte uns ein leicht angetrunkener Radfahrer beim Überholen die Frage zugeworfen: „Nach Premnitz?“. Wir bejahten dies worauf hin er uns aufforderte ihm nachzufahren. Irgendwann hielt er dann an um in einem Kiosk zu verschwinden und wir stellten nache ienr Weile fest, dass wir völlig falsch gefahren waren. Hier ging es zwar zur Bundesstraße nach Premnitz – nicht aber auf den Radweg. Also umkehren um Radweg und Fähranleger zu suchen.
Auf der andern Uferseite schlängelte sich der Radweg durch kleine ruhige Dörfer und verschlafene Landschaften bis wir in Premnitz dann schließlich unser heutiges Etappenziel erreichten. Hendrik teilte uns überrraschend mit, dass er hier einige Leute kennen würde und diese besuchen wollte und verschwand für eine Weile. Später erzählte er uns, dass es sich um Bekanntschaften aus seinem Englisch-Camp am Werbellinsee handelte, welches er eine Woche vor der Radtour besuchte. So klein ist Brandenburg.
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Tag 11 Seehausen – Potsdam – Brandenburg (31 km + Bahnfahrt)
11.8.2009 von m_jungclaus.
Für den heutigen Tag standen der symbolische Einzug in den Landtag sowie ein Besuch in der Landesgeschäftsstelle (und damit zur Zeit auch Wahlkampfzentrale) von Bündnis 90/ Die Grünen auf der Tagesordnung. Da wir dazu aber die Route der Tour verlassen mussten und dies einen erheblichen Umweg bedeutete, kauften wir uns ein Brandenburg-Ticket und fuhren von Jüterbog nach Potsdam mit der Bahn. Ein tolles Gefühl: Vorwärts kommen ohne zu strampeln. In Potsdam angekommen zeigte Michael den anderen Mitradlern zunächst seinen (hoffentlich) zukünftigen Arbeitsplatz.
Anschließend ging es weiter zum bündnisgrünen Büro um die fleißigen WahlkämpferInnen mit Eisbechern zu überraschen. Gemeinsam feierten wir hier unser Bergfest. Mit über 500 km hatten wir ungefähr die Hälfte unserer Tour geschafft. Von jetzt an geht es Richtung Heimat. Michael ließ sich dann auf den aktuellen Stand bei den Wahlkampfaktivitäten bringen, während die Kinder die Gelegenheit nutzten um sich seit langem mal wieder per DSL auf „jappy“ auszutoben. Danach ging es wieder zurück zum Bahnhof um per Bahn in der Stadt Brandenburg wieder auf den Routenverlauf zu stoßen. Damit hatten wir zwar einiges an Strecke abgekürzt, durch diverse Umwege auf der bisherigen Fahrt war die Kilometerbilanz so aber wieder ausgeglichen.
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Tag 10 Seehausen – Kemnitz – Seehausen (71 km)
10.8.2009 von m_jungclaus.
Pressemitteilung von Bringewald)
Treuenbrietzen, 11.08.09
Michael Jungclaus aus Neuenhagen, Landtagskandidat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Listenplatz 4), besuchte auf der 10. Etappe seiner „TOUR BRANDENBURG“ auch Treuenbrietzen. Dabei bewältigen er und seine Familie 1.111 Kilometer mit dem Fahrrad in 22 Tagen entlang des längsten Radfernwanderwegs Deutschlands in Brandenburg. Die Tour dient ihm der Gewinnung neuer Erkenntnisse für seine zukünftige Arbeit im Brandenburger Landtag. Infos zur Tour gibt es unter: http://brandenburgtour.jungclaus.info/beschreibung.
In Treuenbrietzen legte Michael Jungclaus mehrere Stopps ein, um sich mit aktuellen Themen in der Stadt vertraut zu machen. Der erste Anlaufpunkt war Niebel, wo er sich gleich über zwei Themen informierte. Zunächst ging es in einem längeren Gespräch um die geplante Schweinemastanlage in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung und danach zeigte er sich äußerst interessiert an der zukunftsweisenden Brauchwasser-Recycling-Anlage von Frau Zimmer, die dafür im Jahre 2008 den Agenda-Preis des Landkreises Potsdam-Mittelmark erhielt.
Als nächstes ging die Reise nach Klausdorf, wo sich Michael Jungclaus und seine Familie sowie Dr. Elke Seidel, ebenfalls Landtagskandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die sich hier der Gruppe anschloss, über das nicht minder zukunftsweisende Projekt des Waldumbaus sowie landwirtschaftlicher Produktionsgestaltung nach den Kriterien der „Permakultur“ informierten.
Nach einer wohl verdienten Mittagspause ging es weiter zum neuen Windpark „Altes Lager“, der sich unmittelbar südöstlich an Klausdorf anschließt. 4 von den 18 von der Firma Enercon errichteten Windenergieanlagen stehen auf der Gemarkung Treuenbrietzen. Hauptthemen bei dem Gespräch hier, an dem seitens Enercon Ruth Brand-Schock, Pressesprecherin und Jürgen Helms, Projektentwicklung teilnahmen, waren die Bestrebungen seitens des Marktführers, die Belastungen für Mensch und Umwelt so gering wie möglich zu halten. An dieser Stelle konnten neue Erkenntnisse zu den Bereichen Lärm (optimierte Flügelprofile, kein Getriebe), Vogel- und Fledermausschlag (je höher die Anlage, um so weniger), Lichtreflexe sowie Infraschall gewonnen werden. (http://www.wind-energie.de/de/themen/mensch-umwelt/planung/)
Im Anschluss daran legte die Reisegruppe einen kurzen Stopp in Frohnsdorf beim Ehepaar Palwitz ein. Hier im Bereich der Nieplitzquelle betreuen die beiden ein Biotop 32/FFH-Gebiet, in dem sich als Besonderheiten sowohl Kiesgerinne als natürlicher Zufluss zu Nieplitz von Sickerquellen finden lassen, als auch flache Tümpel, die seltenen Frosch-, Lurch- und Molcharten eine Heimat bieten.
Und zum Schluss ging es nach Lüdendorf, um dort Vertreter der Bürgerinitiative gegen die Ausweisung neuer Windkraftvorranggebiete ohne Berücksichtigung der Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung zu treffen. Hintergrund war das von der Bürgerinitiative und den sie unterstützenden Parteien in Treuenbrietzen, CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erfolgreich durchgeführte Bürgerbegehren, was nun kurzfristig zu einer Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung führen wird. Inhaltlich ging es um die Sorgen und Nöte der betroffenen Einwohner und darum, dass wirkliche Nachhaltigkeit mehr als nur einen Aspekt berücksichtigen muss.
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Tag 9 Seehausen (Ruhetag)
9.8.2009 von m_jungclaus.
Unsere bisherige Kilometerbilanz: 415 km (entspricht 52 km/Tag)
Heute ist unser erster Ruhetag. Michael nutze die freie Zeit allerdings auch für ein Gespräch mit der Ortsvorsteherin von Danna, Silke Schulze. Die Gemeinde liegt inmitten des gewaltigen Windparks zwischen Jüterbog und Treuenbrietzen. Von einigen Standorten lassen sich hier über 100 Windkraftanlagen zählen. Frau Schulze kennt die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger ihrer Gemeinde und Umgebung weiß aber auch den wirtschaftlichen Nutzen zu schätzen den die Pachteinnahmen der Region bringen. Wie so oft in unseren Gesprächen gibt es auch bei diesem Thema hier kein Richtig oder Falsch. Gerade darin liegt der besondere Reiz unserer Tour: Die Gesamtheit der Meinungen und Betrachtungsperspektiven landespolitischer Themen vor Ort kennen und verstehen zu lernen.
(von Antonia)
Das war unser wunderschöner Ruhetag. Wir besuchten Mamas Cousine Tante Ines in Seehausen, wo wir drei Nächte in dem gleichen Bett schlafen konnten. Wir wurden toll verwöhnt und konnten mal so richtig entspannen. Es war aber auf keinen Fall langweilig.
Während Papa nach einigen Tagen das Alleinsein genoss, fuhren wir mit unserem Onkel Matthias und Tante Ines Jeep (ohne Papa natürlich). Das war lustig!!! Wir sahen sogar eine Herde Hirschkühe. Abends gingen wir dann alle auf das Heimatfest (Rummel) in Jessen und warteten gespannt auf das Feuerwerk. Inzwischen fuhren Ines und ich Riesenrad und Autoscooter.
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Tag 8 Nonnendorf - Seehausen (40 km)
8.8.2009 von m_jungclaus.
(von Hendrik)
Der Tag begann, indem ich neben meiner Schwester in einem verqualmten Zimmer erwachte. Wir hatten leider ein Raucherzimmer erwischt und dann auch noch vergessen, die Fenster nachts offen zu lassen.
Nach einem sehr gutem Frühstück fuhren wir dann los (wieder einmal gegen 12). Als wir dann rasteten, an einem der Fläming-Skate-Schilder bemerkten wir, dass wir ca. 20 km sparen konnten, indem wir nicht den umständlichen Weg nehmen würden sondern schräg durch nach Seehausen fahren konnten und dabei dann noch zu einem Freibad kamen, was genau auf dem Weg lag.
Wir fuhren dann ein ganzes Stück und erfuhren in einem kleinem Imbiss, dass es in dem Freibad was wir besuchen wollten ein Kinderfest geben sollte woraufhin wir die Augen verdrehten und uns vorstellten wie unser Freibadaufenthalt werden konnte. Aber es war nur halb so schlimm. Im Gegenteil, für etwas ältere Kinder wurde ein Schnuppertauchen angeboten was Antonia und ich dann auch taten. Nach einer kurzen Anweisung ging es ab ins Wasser und es war wirklich toll. Allerdings auch sehr kalt weshalb wir ziemlich zitterten als wir raus kamen. Während wir am Entfernen der Taucherklamotten waren, hörten wir, dass die Presse kommen sollte was dann auch geschah. Nach einem kurzem Gespräch mussten wir zu einem Foto zurück ins Wasser was für mich, der schon sehr am Zittern war, nicht sehr angenehm war. Aber wir zogen es durch und nach ein paar Minuten durften wir dann endgültig raus und bemerkten, dass Papa schon interessiert herum lief, weil ein Pressebericht ja gut für die Wahlkampftour ist. Jedoch zeigte der Reporter erst keine Interesse aber dann schien der Knoten zu platzten und Papa bekam sein kleines Interview über die ”Wahlkampftour” worüber er sehr erleichtert war. Dann das zweite Foto …
Letztendlich endete der vermeintliche Freibadbesuch in einem Presseereignis, das zwei Artikel über Familie Jungclaus ergeben sollte.
Der restliche Weg nach Seehausen verging im wie im Flug. Wir kamen dadurch erst spät zu der Lieblingsfrage von Papa wann wir denn schon da seien deshalb war die Antwort auf ”Wann sind wir da?” :”Jetzt” und wir kamen bei unseren Verwandten an, genossen den kühlen Wind bei Brause und Bier und beendeten diesen Tag mit einem Grillabend wonach wir müde und erschöpft in unsere Betten fielen.
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Tag 7 Bad Liebenwerda – Nonnendorf (56 km)
7.8.2009 von m_jungclaus.
Beim Frühstück erfuhren wir heute von unserer Pensionswirtin von den negativen Auswirkungen des Spaßbades. Für Touristen eine willkommene Freizeitstätte, für die Anwohner nicht nur vorteilhaft. Wir hörten die bekannten Geschichten von West-Investoren, überforderten Verwaltungen und großen Plänen von blühende Landschaften. In Folge der Planung schloss die Stadt die öffentliche Schwimmhalle und wegen hoher Eintrittspreise im Spaßbad haben die Schulkinder von Bad Liebenwerda seit dem nun keine Möglichkeit mehr zum Schwimmunterricht. Gut gemeint – schlecht gemacht.
Da Michaels Scheibenbremsen quietschten und wir auch unser Fahrräder noch ein wenig deutlicher GRÜN gestalten wollten, fuhren wir nach dem Frühstück zunächst ins Stadtzentrum. Im Kopierladen ließen wir laminierte DIN A4-Wahlplakate ausdrucken und der örtliche Fahrradhändler kümmerte sich um die defekte Bremse. Anschließend befragte er uns noch zu bündnisgrüne Energiepolitik. Mein Lieblingsthema, was für ein Zufall. Ein anderer dazukommender Kunde mischte sich ins Gespräch ein und lobte vor allem die grüne Initiative zum Dosenpfand. Seitdem sei die Gegend hier wesentlich sauberer geworden. Wie schon oft auf unserer Tour stellten wir fest, dass die Stimmung Bündnis 90/ Die Grünen gegenüber sehr positiv ist. Und es sind auch solche Begegnungen, die uns die Zuversicht geben, dass es diesmal mit dem Einzug in den Landtag sicher klappen wird.
Nach 24 geradelten Kilometern und der Besichtigung eines kleinen Wasserkraftwerkes, kamen wir nach Herzberg und machten Pause im dortigen Freibad. Zwar kein Fluss oder See. Dafür aber Unterhaltung pur. Direkt neben dem Freibad in unmittelbarer Nähe zu unserem Liegeplatz befand sich das Gartengrundstück einer recht „lebhaften“ Familie. So etwas hatten wir schon lange nicht mehr erlebt. Wie auch alle anderen Badegäste in unserer Umgebung amüsierten wir uns ob dieser Nachbarschaft bis die Tränen kamen.
Bei der Weiterfahrt hatte Michael in der Karte versehentlich eine Übernachtungsmöglichkeit dort verortet wo keine war und so hatten wir erstmals auf unserer Tour ein kleines Quartier-Problem. Dem Handy sei Dank fanden wir dann aber doch noch ein Gasthaus – nur ein wenig abseits der Strecke - und landeten so in Nonnendorf. Ein fast politik-freier Urlaubstag fand dort seinen Ausklang.
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